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Friesische Kleidung des Hochmittelalters

Aus zahlreichen Bildquellen wie Kirchenmalereien, Siegelabbildungen und Grabplatten wissen wir, dass sich die Friesische Männermode vom 11. bis ins 14. Jahrhundert kaum veränderte.
Ein Kittel mit starkem Faltenwurf unterhalb des Gürtels ist auf fast allen Abbildungen deutlich zu erkennen.
Die Textilfunde des 13. Jahrhunderts aus der dänischen Herjoelfsnesssiedlung auf Grönland, sowie der Bockstensmann (eine Moorleiche um 1300 n.Chr.) aus Schweden entsprechen diesen Kitteln und geben Aufschluss über die detaillierte Verarbeitung.

Nähere hierzu auch in E.Ostergard- Woven into the earth



Zwei friesische Krieger aus der Kirchenmalerei von Woldendorp geben mit ihren Kilt-artigen Röcken, getragen zum freien Oberkörper, noch Rätsel auf.
H.v.Lengen Hsg. Die friesische Freiheit des Hochmittelalters
Gab es eine rituelle Tracht zum gerichtlichen Zweikampf, den das Asegabuch, das friesische Gesetzbuch des Hochmittelalters (Staatsarchiv Oldenburg) vorschrieb?
Asegabuch um 1300 Oldenburger Staatsarchiv


Michael trägt einen krappgefärbten Wollkittel nach Webart, Schnitt, Färbung, Naht und Garn eines Fundes einer dänischen Siedlung in Herjoelfsness, Grönland, 13.Jahrhundert. Die Replik wurde 1:1 von David Seidlitz hergestellt.
Darüber trägt Michael einen lammfellgefütterten Ledermantel nach der Beschreibung von Neokorus.
Die Kapuze ist ebenfalls krappgefärbt, die Leinenborte eine Replik aus dem 13.Jahrhundert.
Die Beinlinge sind mit Waid gefärbt.
Die Schuhe wurden von Roland Schulz nach einem groninger Fund aus dem 13. Jahrhundert hergestellt.
Darunter trägt Michael ein Leinenhemd und Bruche von Anja Behrs. Nadelgebundene Wollsocken von Julia Weigelt.
Der gewölbte Rundschild ist dreifach geplankt, komplett mit Rohhaut bezogen und mit dem Motiv des Rundschildes aus dem Friesenbild, Dom zu Münster, aus dem 13. Jahrhundert bemalt. Die Kante ist mit Sehne vernäht, Buckel und Fessel mit handgeschmiedeten Nägeln und Blech vernietet.


Funde von der Insel Sylt, zeigen zudem ein Kleid, welches ausschließlich aus Schaffell gefertigt wurde. So ein Kleid aus dem 17. Jahrhundert ist im Friesischen Museum Sylt ausgestellt.

Friesenmuseum Nieblum Föhr

Fraukleidung


Die Frauen trugen wahrscheinlich die typisch ländliche Mode des Hochmittelalters in Farbe, Material und Verarbeitung je nach ihren individuellen finanziellen Möglichkeiten.
Auch hier können die Herjoelfsnessfunde zur Orientierung dienen.
Tanja trägt ein krappgefärbtes, ärmelloses Wollkleid nach Herjoelfsnessschnitt. Näheres dazu bei Else Ostergard "Woven into the earth"
Der Weidenkorb ist handgeflochten und kommt aus dem Gartenbedarf.



Dieses friesische Pelzkleid wurde noch im 17. Jahrhundert vererbt.
Neokorus

Da die Herstellung von Kleidung aus Tierhaut jedoch auf der ganzen Welt den Vorläufer der gewebten Kleidung darstellt, muß man annehmen, dass das friesische Pelzkleid auch schon mittelalterlich und sogar viel älter ist und sich nur auf den Inseln solange gehalten hat, wie die traditionelle Pelzkleidung in Skandinavien, Grönland und Sibirien.
Nachzulesen in: V. Gorbatschewa , M.Vederova- Die Völker des hohen Nordens

Schuhe

Die wendegenähten Ziegenlederschuhe nach westfriesischem Fund, Fryske Museeum Leeuwarden,hat Kai von der Linden genäht.

Schmuck


Schmuckfunde des 13. und 14. Jahrhunderts zeigen bereits Bestandteile des Goldschmucks, der im 15.Jahrhundert ausführlich von Unico Manninga dokumentiert wurde.
H.Aouni, F.Berger Archäologische Funde von Arngast ,Oldenburg 1998
F. Stierling Der Silberschmuck an der Nordseeküste

Viele Textquellen belegen eine ausgiebige Goldschmucktracht der friesischen Frauen bereits im frühen Mittelalter.
Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland 1998, Isensee Verlag





Das Münzschapel wurde mit Münzrepliken des 13. Jahrhunderts, mit je zwei Bohrlöchern, wie Münzfunde Anfang des 14. Jahrhunderts von Sylt sie aufweisen, nach den Beschreibungen des Neokorus rekonstruiert.
Die Scheibenfibel ist turkmenische Handarbeit und ähnelt auffallend den friesischen Scheibenfibeln aus dem Manningabuch des 16. Jahrhunderts.
Ein Fund einer entsprechenden Scheibenfibel aus dem 13.Jahrhundert war im Ostfriesischen Landesmuseum Emden exponiert, ging jedoch im 2. Weltkrieg verloren.
Nach H. Aouni und F. Berger, Archäologische Mitteilungen aus Nordwestdeutschland, Archäologische Funde von Arngast, Jadebusen, ist entsprechender Schmuck typisch und häufig für Friesland vom 11.- 14. Jahrhundert.
Ähnliche Scheibenfibeln wurden in ganz Europa schwerpunktmäßig aus dem 10.- 12. Jahrhundert gefunden. Im Internet läßt sich dazu einiges googeln.